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https://www.menschfairtier.de/tierversuche/stoppt-das-geplante-tierversuchsgesetz/
Wir laden euch ein! Schickt uns eure Fragen zum Thema Tierversuche und Tierversuchsgesetz bis zum 13.06.2026 an die E-Mail-Adresse [email protected]
Auf der Webseite "Deutsches Zentrum zum Schutz von Versuchstieren" https://www.bf3r.de/angebote/versuchstierzahlen/versuchstierzahlen-2024/
kann man Dateien herunterladen, die das ganze Ausmaß von Tieren unterschiedlichster Spezies offenlegen anschauen. In der Öffentlichkeit werden Tierversuche immer so kommuniziert, als ginge es nicht ohne Tierversuche, um Krankheiten zu erforschen oder Medikamente zu entwickeln. Dabei werden die wenigsten Tierversuche für Medikamente durchgeführt. Mehr als die Hälfte aller Tierversuche werden im Bereich der Grundlagenforschung gemacht, die allerdings kein Ziel hat. Diese Versuche sind schwer belastend; die Tiere leiden extrem unter den Versuchsbedingungen, wie unter den Versuchen selbst.
Zahlreiche Fragen haben uns erreicht. Manche waren gut durchdacht und andere zeigten uns, wie wenig Wissen über Tierversuche in der Allgemeinheit vorhanden ist. Da es zurzeit viel Aufregung um das von der aktuellen Bundesregierung geplante Tierversuchsgesetz gibt, hielten wir es für gut, das Thema näher zu erörtern und ein öffentliches Bewusstsein für Tiere im Versuch zu schaffen. Gleichzeitig soll es aber auch verdeutlichen, was ein Tierversuchsgesetz zu bedeuten hat.
Alle drei bisher entstandenen und veröffentlichten Videos zum Thema beleuchten die Situation der Tiere im Versuch aus unterschiedlicher Sicht und klären darüber auf, warum sich bei uns in Deutschland allem Fortschritt zum Trotz, so wenig bewegt.
Für Interessierte gibt weitere Informationen bei den Ärzten gegen Tierversuche.
https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/fuer-experten/datenbanken/datenbank-tierversuche
https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/datenbank-tierversuche-hintergruende
https://www.bf3r.de/angebote/versuchstierzahlen/versuchstierzahlen-2024/
Herrmann, K. (2025). Politisches Ziel »Reduktion von Tierversuchen« – geht es voran? In B. Kappes (Ed.), Würde und Rechte von Tieren: Neue Perspektiven für eine zeitgemäße Tierethik (pp. 77–103). oekom Verlag. https://doi.org/10.14512/9783987264139
Das Buch ist open access und kann u.a. hier heruntergeladen werden: https://www.researchgate.net/publication/392214507_Politisches_Ziel_Reduktion_von_Tierversuchen_-_geht_es_voran
Es wäre super, wenn du diesen Text unter den Podcast posten könntest:
Weiterführende Informationen zu tierversuchsfreien, humanrelevanten Methoden (NAMs)
IWer mehr darüber erfahren möchte, was NAMs sind, welche Methoden dazu gehören, welche Vorteile sie gegenüber Tiermodellen bieten und welche Maßnahmen ihre Entwicklung und Implementierung fördern können, findet eine ausführliche Darstellung in folgendem Open-Access-Buchkapitel:
Herrmann, K. (2025). Politisches Ziel »Reduktion von Tierversuchen« – geht es voran? In B. Kappes (Hrsg.), Würde und Rechte von Tieren: Neue Perspektiven für eine zeitgemäße Tierethik (S. 77–103). oekom Verlag. https://doi.org/10.14512/9783987264139
Das Buch ist Open Access und kann kostenlos heruntergeladen werden:
https://www.researchgate.net/publication/392214507_Politisches_Ziel_Reduktion_von_Tierversuchen_-_geht_es_voran
SOKO Tierschutz hat zum Protest gegen den Betrieb in Kissing aufgerufen, in dem ein eingeschleuster Ermittler grausame Behandlungen von Kaninchen offenbaren konnte.
»Die Person, die zum Schutz namentlich nicht genannt werden soll, deren Identität dem ZDF aber bekannt ist, habe über mehrere Monate hinweg immer wieder undercover im Betrieb und im Labor Aufnahmen gemacht.
Zu sehen sind lange Käfigreihen, in denen Kaninchen - teilweise fehlgebildet, teilweise verletzt - auf engstem Raum auf Gittern und Rosten eingesperrt sind - ohne weiche Unterlage, wie beispielsweise Stroh.
Teils werfen Mitarbeiter die Tiere beim Anliefern grob, mitunter an einem oder beiden Ohren haltend, in die Käfige. Manchmal fallen Tiere daneben, prallen gegen Metall und stürzen zu Boden. Ein Mitarbeiter verglich laut Aussagen des von der Tierschutzorganisation eingeschleusten Informanten das Beladen der Käfige mit Basketballspielen.«
https://www.zdfheute.de/panorama/tierschutz-kaninchen-tierversuche-asamhof-100.html
Kirsten Tönnies hat klare und deutliche Worte dafür gefunden und hat auch erklärt, warum eine Änderung so schwer ist.
Pressemitteilung, mensch fair tier e.V., Bondorf 08.06.2026
Geplantes Tierversuchsgesetz bedroht Tierschutz
Bundesregierung will Schutzmechanismen für Versuchstiere aushebeln – breiter Widerstand von Tierschutzorganisationen
Millionen von Tieren in deutschen Laboren droht eine massive Verschlechterung ihres ohnehin schon
unzureichenden rechtlichen Schutzstatus.
Auf Betreiben von Lobbyvertretern aus der Forschung beabsichtigt die Bundesregierung die Regelungen für Tierversuche aus dem Tierschutzgesetz herauszulösen und in ein neu dafür zu schaffendes
“Tierversuchsgesetz” zu überführen. Versuchstiere würden zu Tieren zweiter Klasse.
Zentrale moralische und rechtliche Schranken gegen das Zufügen von Schmerzen, Leiden und Schäden und das Töten aus wirtschaftlichen Gründen, die derzeit im Tierschutzgesetz verankert sind,
könnten somit für Versuchstiere entfallen. Ein großes Bündnis von Tierschutzorganisationen hat daher bereits Anfang Februar eine Bundestagspetition eingereicht und wartet seitdem auf Freigabe zur
Mitzeichnung durch die Bevölkerung.
mensch fair tier e.V. schlägt gemeinsam mit zahlreichen Tierschutzorganisationen Alarm. In der bereits Anfang Februar eingereichten Bundestagspetition, auf deren Freigabe seither gewartet wird, fordern sie den Deutschen Bundestag auf, das geplante Tierversuchsgesetz zu stoppen und die bestehenden Regelungen im Tierschutzgesetz beizubehalten sowie rechtliche Lücken durch andere Maßnahmen zu schließen. Auch die deutsche Tierärzteschaft hatte sich für einen Verbleib der Tierversuchsregelungen im Tierschutzgesetz ausgesprochen. „Die Herausnahme der Tierversuchsregelungen aus dem Tierschutzgesetz, das zentrale Schutz- und Wertenormen für alle Tiere enthält, ist höchst alarmierend“, erklärt das Bündnis. „Millionen Tiere, die jedes Jahr in Versuchen und zu wissenschaftlichen Zwecken benutzt und getötet werden, würden ihres dringend notwendigen Schutzes beraubt, noch mehr Leiden ausgesetzt und könnten ohne den im Tierschutzgesetz geforderten ‘vernünftigen Grund’ endgültig legal getötet werden.”
Künftig könnte so erlaubt werden, was derzeit zumindest auf dem Papier strafbar ist – etwa das systematische Töten sogenannter überzähliger Tiere aus wirtschaftlichen Gründen. Ebenso könnten Qualzucht und betäubungslose Eingriffe, Tötungen und Amputationen erleichtert sowie die Pflicht zur verhaltensgerechten Unterbringung der Tiere aufgehoben werden. Lobbyisten der Tierversuchsbefürworter fordern darüber hinaus eine Erleichterung der Genehmigung von Tierversuchen durch Anpassungen im Genehmigungsprozess – zum Nachteil des Tierschutzes. Die Prüftiefe der Anträge durch die Behörden könnte weiter geschwächt werden und Tierschutzverbänden (in Bundesländern mit Verbandsklagerecht) könnte zudem die Möglichkeit genommen werden, die Rechtmäßigkeit von Genehmigungen gerichtlich prüfen zu lassen.
Verstoß gegen Verschlechterungsverbot
Seit 1972 besteht der Grundsatz des Verschlechterungsverbotes: Ein einmal erreichter Tierschutzstandard darf nicht wieder abgesenkt werden. Das 2002 eingeführte Staatsziel Tierschutz erkennt dies auch verfassungsrechtlich an. „Ein eigenständiges Tierversuchsgesetz mit seinen weitreichenden Folgen widerspricht diesem Verschlechterungsverbot und dem verfassungsrechtlichen Auftrag zum Tierschutz in eklatanter Weise“, so die Tierschutzorganisationen.
EU-Vorgaben zu Tierversuchen weiterhin missachtet
Anstatt Versuchsgenehmigungen weiter zu erleichtern, fordern die Organisationen eine konsequente und vollständige Umsetzung des durch die EU-Tierversuchsrichtlinie ermöglichten Schutzrahmens für die Tiere. Die EU-Richtlinie ist – trotz Einstellung eines von der EU-Kommission eingeleiteten Vertragsverletzungsverfahrens – bis heute nicht adäquat in deutsches Recht überführt worden. So mangelt es unter anderem an einer priorisierten Unterstützung tierversuchsfreier Forschungs- und Testmethoden sowie an einer Obergrenze für Schmerzen und Leiden, die Tieren zugefügt werden dürfen. Zudem sollten die § 15-Kommissionen, welche die Behörden zur Genehmigung von Tierversuchen beraten, paritätisch mit unbefangenen Tierschutzvertretern besetzt sein und hinreichend Kompetenz in den Bereichen tierversuchsfreier Methoden und Ethik gewährleisten.
Die Organisationen hoffen auf eine baldige Veröffentlichung der Bundestagspetition, damit die Bevölkerung die Möglichkeit hat, sich auf diesem Wege gegen das geplante Gesetz auszusprechen. Um eine Anhörung im Petitionsausschuss des Bundestages zu erwirken, müssen innerhalb von 6 Wochen mindestens 30.000 Mitzeichnungen erfolgen. Im Schnitt dauert es 3 Wochen, bis eingereichte Petitionen geprüft und über ihre Freigabe entschieden wird. Die Bundestagspetition gegen das geplante Tierversuchsgesetz wartet bereits seit vier Monaten auf die Freigabe.
Das Bündnis setzt sich zusammen aus den nachfolgend genannten Vereinen und wird von einer Vielzahl weiterer Vereine unterstützt:
Ärzte gegen Tierversuche e.V.,
Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V.,
Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht e.V.,
Deutscher Tierschutzbund e.V.,
mensch fair tier e.V.,
Bundesverband Menschen für Tierrechte e.V.,
Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg e.V.,
Peta Deutschland e.V.,
Politischer Arbeitskreis für Tierrechte in Europa e.V.,
Team Tierschutz
Ein Artikel von Dr. med. vet. Kirsten Tönnies in der Tierärztezeitung
