Am 26.11.2025 konnte unser Vorstandsmitglied und politischer Sprecher von mensch fair tier.e.V., Diedrich Kleen seine Petition vor dem Petitionsausschuss des
Niedersächsischen Landtag vortragen, da seine Petition das Quorum von 5000 Zustimmungen überschritten hatte. In seiner Petition ging es um den Schutz der Igel und Kleinsäuger vor Mährobotern, die
nachts eingesetzt werden. Ziel ist, ein nächtliches Einsatzverbot für Mähroboter zu erreichen.
Erfreulich ist, dass alle anwesenden Mitglieder des Petitionsausschusses sehr offen für das Thema waren. Jetzt heißt es abwarten.
Hier die Presseerklärung, die Diedrich vorab an die Medien gegeben hatte:
Landesweites Nachtfahrverbot für Mähroboter in Niedersachsen: Petition erreicht Petitionsausschuss
Starke Unterstützung für den Schutz nachtaktiver Wildtiere – Experten begleiten Anhörung im Landtag
Wiesmoor / Hannover, 21. November 2025 – Die Initiative für ein landesweites Nachtfahrverbot von Mährobotern in Niedersachsen nimmt Fahrt auf: Eine von Diedrich Kleen, Ratsmitglied in Wiesmoor,
gestartete Online-Petition hat mit 6.660 Unterschriften die erforderliche Schwelle von 5.000 Unterstützenden deutlich überschritten. Am Mittwoch, den 26. November 2025, wird die Petition dem
Petitionsausschuss des Niedersächsischen Landtags in Hannover offiziell vorgestellt.
Petition zum Schutz von Igeln und Wildtieren findet breite Resonanz
Ziel der Petition ist es, den Betrieb von Mährobotern während der Abend- und Nachtstunden landesweit zu untersagen, um Igeln und anderen nachtaktiven Wildtieren einen besseren Schutz zu bieten.
Der Initiator Diedrich Kleen wird das Anliegen persönlich im Landtag vertreten. Ihm zur Seite stehen führende Persönlichkeiten aus dem Natur- und Tierschutz:
· Merwel Otto-Link, 1. Vorsitzende der Igelpflege Rotenburg/Wümme e.V. und Vorstandsmitglied
bei Pro Igel e.V.
· Bärbel Rogoschik, Leiterin des NABU-Artenschutzzentrums Leiferde
· Dieter Ruhnke, 1. Vorsitzender des Landestierschutzverbandes Niedersachsen e.V.
Bereits während der Zeichnungsphase wurde die Petition von bedeutenden Organisationen unterstützt: Sowohl der NABU Niedersachsen als auch der Landestierschutzverband Niedersachsen haben sich
öffentlich hinter das Anliegen gestellt und zur Beteiligung aufgerufen. Diese breite Unterstützung aus dem Natur- und Tierschutzbereich unterstreicht die gesellschaftliche Relevanz des
geforderten Nachtfahrverbots für Mähroboter.
Ein klares Signal für den Tierschutz
„Die hohe Zahl an Unterschriften zeigt, dass der Tierschutz den Bürgerinnen und Bürgern sehr am Herzen liegt. Es ist an der Zeit, dass die Politik diesen Appell ernst nimmt und ein klares Signal
setzt“, betont Initiator Diedrich Kleen. „Ein Nachtfahrverbot ist essenziell, weil nachtaktive Tiere wie Igel, Kleinlebewesen und Kleinsäuger in den Dämmer- und Nachtstunden ihre Nahrung suchen
und die scharfen Klingen der Roboter eine tödliche Gefahr darstellen. Das Problem ist massiv und betrifft die gesamte Bundesrepublik. Wir brauchen eine einheitliche, landesweite Lösung, um in
Niedersachsen voranzugehen und einen Flickenteppich zu beenden. Dieses gibt auch den Kommunen Rechtssicherheit bei der Umsetzung des Nachtfahrverbots.“
Konkrete Zahlen und Fallbeispiele unterstreichen die Dringlichkeit
Im Rahmen der Anhörung werden konkrete Zahlen und Fallbeispiele aus der Praxis präsentiert. Diese belegen, dass Mähroboter vor allem in der Dämmerung und Nacht eine erhebliche Gefahr für
Wildtiere darstellen, da diese sich bei Gefahr typischerweise einrollen, anstatt zu flüchten – ein Verhalten, das sie besonders angreifbar macht. Der unbeaufsichtigte Einsatz von Mährobotern in
den Abend- und Nachtstunden gilt mittlerweile als ein wesentlicher Grund dafür, dass der Igel auf der Vorwarnliste der vom Aussterben bedrohten Tierarten steht.
Weitere Informationen
Die öffentliche Anhörung zur Petition findet am Mittwoch, 26. November 2025, im Forum des Niedersächsischen Landtags in Hannover statt. Medienvertreter und Interessierte sind herzlich eingeladen,
der Sitzung beizuwohnen und sich selbst ein Bild von der Dringlichkeit des Anliegens zu machen.
Pressekontakt:
Diedrich Kleen
Ratsmitglied, Stadt Wiesmoor
Wir sind sehr froh und stolz, dass Diedrich ein Teil unseres Teams ist.
Am 13. Mai war es so weit:
Ich hatte meine Anhörung im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Niedersächsischen Landtag.
Nachdem ich bereits im November gemeinsam mit Merwel Otto-Link, Bärbel Rogoschik und Dieter Ruhnke meine Petition für ein landesweites Nachtfahrverbot für Mähroboter vor dem
Petitionsausschuss vorstellen durfte, ist seitdem unglaublich viel passiert in Niedersachsen.
Unter anderem hat inzwischen auch der Deutsche Städtetag ein bundesweites Nachtfahrverbot gefordert.
Als weitere Folge unserer Präsentation im November haben die Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen einen Entschließungsantrag in den Landtag eingebracht und sind dabei fast vollständig
den Punkten meiner Petition gefolgt — bis auf einen entscheidenden Punkt: die landesweite Lösung.
Zu diesem Antrag fand am 13.05.2026 die Anhörung statt, zu der ich eingeladen wurde und einen Redebeitrag halten durfte. Das war für mich persönlich eine große Ehre und gleichzeitig eine
enorme Bestätigung meiner Arbeit für den Tier- und Artenschutz.
Vorab hatte ich dem Ausschuss bereits meine schriftliche Stellungnahme zukommen lassen.
In meinem rund zehnminütigen Redebeitrag habe ich erläutert, warum Niedersachsen bereits heute die Möglichkeit hat, ein landesweites Nachtfahrverbot umzusetzen.
Denn das Land hat schon jetzt alle notwendigen Werkzeuge in der Hand:

Das Weisungsrecht
Das zuständige Ministerium kann den unteren Naturschutzbehörden per fachlicher Weisung vorgeben, entsprechende Allgemeinverfügungen zum Nachtfahrverbot zu erlassen.

Die bestehende
Rechtsgrundlage
Diese Möglichkeit ergibt sich bereits aus dem Bundesnaturschutzgesetz (§ 44 BNatSchG) sowie dem Niedersächsischen Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung (NPOG).

Sofortige Wirkung
Im Gegensatz zu langwierigen Gesetzgebungsverfahren könnte eine solche Weisung kurzfristig landesweit Rechtssicherheit und einen einheitlichen Schutzstandard schaffen.
Ebenso habe ich erläutert, wie ein solches Verbot praktisch kontrollierbar wäre:
Wenn die unteren Naturschutzbehörden entsprechende Allgemeinverfügungen erlassen, entsteht überhaupt erst die notwendige rechtliche Grundlage für einen tatsächlichen Vollzug.
Die Anhörung selbst verlief aus meiner Sicht sehr positiv.
Neben mir waren weitere Sachverständige geladen. Alle Beteiligten waren sich im Kern einig, dass es eine Lösung zum Schutz von Igeln, Kleinsäugern und Kleinlebewesen braucht.
Erwartungsgemäß sprachen sich lediglich zwei Vertreter eines Mähroboter-Herstellers gegen ein Nachtfahrverbot aus. Dabei wurde unter anderem argumentiert, dass Innovationen leiden würden und
die Geräte bereits heute sehr sicher seien.
Besonders interessant wurde es bei einer Nachfrage aus dem Ausschuss:
Warum empfiehlt ein aktueller Testbericht zu genau diesem Hersteller, den Mähroboter ausschließlich tagsüber fahren zu lassen, weil das Modell über KEINE Sensoren zur „Igelerkennung“ verfügt?
Darauf gab es keine wirklich schlüssige Antwort.
Im Saal wurde es daraufhin spürbar unruhig.
Ein endgültiger Beschluss wurde gestern noch nicht gefasst. Der Ausschuss möchte zunächst das schriftliche Protokoll abwarten und anschließend erneut beraten.
Denn genau darum geht es jetzt:
Den bestehenden Entschließungsantrag um eine echte landesweite Lösung zu ergänzen.
Das ist der Kern meiner Petition — und letztlich auch der Grund, warum dieser Termin überhaupt stattgefunden hat.
Ich bin gespannt, wie es nun weitergeht und ob die Landespolitik den Mut hat, Niedersachsen zum Vorreiter im modernen Tier- und Artenschutz zu machen.
Eure Anwesenheit hat mir unglaublich viel Kraft und Sicherheit gegeben.
Ich habe in den vergangenen 2,5 Jahren wirklich alles gegeben, um insbesondere den Igeln — aber auch vielen anderen Tieren — eine Stimme zu geben, die gehört wird.
Und ich glaube, genau das ist inzwischen gelungen.
Allein die öffentliche Diskussion in Niedersachsen zeigt, wie sehr dieses Thema inzwischen angekommen ist.
Vielen Dank für Eure großartige Unterstützung, Eure Hilfe und Euren Rückhalt.
Wir alle wissen, worum es geht.
Und ich werde weiter dafür kämpfen, dass endlich der längst überfällige Schritt folgt:
Nächtliche Ruhe auf dem Rasen.
Mähroboter-Opfer 💔😭Es muss ein Ende haben. Diesen beiden Igel konnte nur durch Euthanasie geholfen werden. Jüngste Opfer aus Niedersachsen vom 20. und 21. Mai 2026