aktuelles

Tag der Tiere am 13.08.22 in Hannover

Auch wir waren mit einem Stand am „Tag der Tiere" am 13.08.2022 am Kröpcke in Hannover vertreten und informierten über unsere Arbeit. Der vom Arbeitskreis Tierschutz Niedersachsen organisierte Aktionstag hat sich seit mehr als 20 Jahren als große Informationsveranstaltung zum Thema Tierschutz und Tierrechte in Hannover etabliert.

 

Jedes Jahr treffen sich dort viele Tierschutz-Gruppierungen und -Organisationen, die ihre Arbeit vorstellen und Redebeiträge zu den unterschiedlichsten Themen beisteuern. Im Jahr der Landtagswahl kam außerdem die Landestierschutzbeauftragte zu Wort.

Bestandteil der gelungenen Veranstaltung war die Podiumsdiskussion, in welcher Vertreterinnen der verschiedenen Parteien Stellung zur landespolitischen Entwicklung im Bereich Tierschutz nahmen.

 

Für die Moderation der Veranstaltung konnte der ehemalige Metzger Peter Hübner gewonnen werden.


ARTE Doku "Wen dürfen wir essen"

In der ersten August-Woche läuft eine sehr informative Doku-Reihe auf ARTE Mo-Fr um 19:40 Uhr.

 

"Bis ins Detail werden Fragen nach dem Ursprung, der moralischen Vertretbarkeit und Zukunft unseres Konsums von Tieren untersucht und erklärt: Inwieweit ist es natürlich, heute noch notwendig und gar normal, Tiere zu essen? Kommt Fleisch zukünftig aus dem Labor? Eine bunte Palette verschiedenster Perspektiven von Aktivistinnen über Massentierhalter bis zu Philosophinnen soll diese Fragen beantworten."



Kälbertransporte in Baden-Württemberg

Gemeinsam mit X Orga wenden wir uns erneut an das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg sowie an das Landratsamt Ravensburg.
In Bayern wird derzeit ein"Spezial-Lkw für Kälber" eingesetzt und hierzu haben wir einige Fragen, u.a welche Pläne BW in Bezug auf diese Spezial-Lkw hat und inwieweit sich das z.B. auf künftige Transporte des KälberKontorSüd in Bad Waldsee auswirken wird.
Nach dem Landesinformationsfreiheitsgesetz (LIFG) wird JEDEM ein Recht auf freien Zugang zu amtlichen Informationen der öffentlichen Stellen des Bundes und die Einsicht in deren Verwaltungsvorgänge gewährt. Dieses Recht sollten wir Tierschützer*innen/Tierrechtler*innen - für die Tiere - unbedingt nutzen!

Offener Brief bzgl. Tiertransporten an den Bundeslandwirtschafts-minister Cem Özdemir

 

 

Diesen sehr guten und wichtigen offenen Brief von XOrga an den Bundesland-wirtschaftsminister haben wir sehr gern mitunterzeichnet!



Anfrage von Diedrich Kleen und der Tierschutz Partei zu den Abfertigungen von Tiertransporten ab Aurich in Drittländer

Dies war die Anfrage von Diedrich Kleen und der Tierschutz Partei zu den Abfertigungen von Tiertransporten ab Aurich in Drittländer:

 

 

Landkreis Aurich

 

Amt für Veterinärwesen

 

Fischteichweg 7-13

26603 Aurich

 

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

ich möchte Sie bitten, mir die Anzahl der Rindertransporte mitzuteilen, die seit dem 01.01.2022 über den Landkreis Aurich genehmigt und abgefertigt wurden. Bitte teilen Sie mir auch die Anzahl der Tiere mit und in welche Länder die Transporte durchgeführt wurden, insbesondere in Staaten außerhalb der EU, siehe Aufstellung:

 

• Ägypten

• Algerien

• Armenien

• Aserbaidschan

• Irak

• Iran

• Kasachstan

• Kirgistan

• Libanon

• Libyen

• Marokko

• Russland

• Syrien

• Tadschikistan

• Türkei

• Tunesien

• Turkmenistan

• Usbekistan

 

Vielen Dank für Ihre Mühe.

 

Mit freundlichen Grüßen

****************************************************************

 

Die Antwort vom Veterinäramt Aurich kam prompt! Sie ist so kurz wie erschreckend!

 

So viele Tiere, so viele Leben, eingepfercht auf Transportern und Schiffen, ohne Kontrolle außerhalb der EU-Grenzen. Einfach nur schrecklich!


Tiertransporte nach Russland - Antwort vom BMEL

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Antwort vom BMEL auf unsere Anfrage bzgl. Tiertransporten aktueller Tiertransporte nach Russland / Belarus.
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mensch fair tier wollte vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) wissen, ob Tiertransporte nach Russland, Belarus und in weiter entfernte Staaten derzeit gestoppt sind oder verboten werden, da sie möglicherweise unter die Sanktionen gegen Russland fallen.  

 

Die Antwort aus dem Ministerium liest sich zunächst ernüchternd, speziell der letzte Absatz geht aber auf die Befugnisse der abfertigenden Veterinärämter ein. Wir interpretieren es folgendermaßen: sollten die Veterinärämter einer Abfertigung nicht zustimmen, würde dieses Vorgehen vom BMEL mitgetragen werden. Bedeutet im Klartext: der Amtsveterinär hätte Rückendeckung vom Ministerium.


Beitrag über Kälbertransporte auf SWR1

 

Der SWR hat zum Glück erneut das unendliche Leid der Kälbertransporte von Bad Waldsee nach Spanien thematisiert. Auch auf Drängen von mensch fair tier kommt dieses Thema immer wieder durch die Medien an die Öffentlichkeit.

 

Seit Jahren schieben sich Politik und Justiz die Schuld an dem Drama gegenseitig in die Schuhe. Und die Leidtragenden seit Jahren sind die kleinsten Tierkinder, die schreiend auf „Höllenfahrt" geschickt werden - ohne kälbergerechte Nahrung auf den Transporten zu erhalten (die Tierkinder brauchen Milch/Milchaustauscher).

 

Hier gibt es den sehr hörenswerten Beitrag und aktuelle Informationen zu Nachhören.

 

Herzlichen Dank an Petra Wilhelm von SWR1!

 

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Beitrag Kälbertransporte, SWR1 05.05.22
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Interview Anja Frey, SWR1 05.05.22
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Europäische Bürgerinitiative - 1 Mio Unterschriften werden benötigt!

 

Tierversuche für Kosmetika sind seit 2009 in der EU offiziell verboten - jetzt soll dieses Verbot aber „aufgeweicht" werden. Und zwar für chemische Inhaltsstoffe, auch für solche, die ausschließlich in Kosmetikprodukten verwendet werden.

 

Dass Tiere wieder für unsere vermeintliche Schönheit gequält werden sollen, ist unethisch und unnötig.

 

Mit dieser Petition soll dies verhindert werden - wenn bis zum 31.08.2022 1 Million Unterschriften gesammelt werden. Zumindest muss sich dann die EU-Kommission mit dem Thema befassen.

Bitte schauen Sie es sich an und helfen mit!

 

Vielen Dank!

 



Aurich hat gezeigt- vielen Menschen ist das Leid der Tiere nicht mehr egal!

(v.l. Tilly Metz, Peter Hübner, Frank Weber, Patrick Müller, Dr.Kirsten Tönnies, Tim Werner, Dr. Claudia Preuss-Ueberschär, Daniela Schrudde, Dieter Ruhnke, Dr. Edmund Haferbeck, Ina Müller-Arnke, Gila Altmann, Dr. Michael Marahrens, Miriam Staudte)

Rund 350 Teilnehmer/innen zogen am Samstag, den 09.04.2022 durch Aurich, um ein Zeichen gegen grauenvolle Tiertransporte zu setzen.

 

Die Veranstaltung „Schluss mit Tiertransporten“ wurde von den Ostfriesen gegen Tierleid und dem Stadtratsabgeordneten aus Wiesmoor, Diedrich Kleen organisiert und fand die Unterstützung vieler namenhafter NGO’s. Auch „mensch fair tier“ war mit dabei.

 

Dem Demozug schloss sich eine von Peter Hübner moderierte Kundgebung auf dem Rathausvorplatz an. Hochkarätige Redner/innen wie Tilly Metz (EU-Abgeordnete), Dr. Edmund Haferbeck (PETA), Gila Altmann (KT Aurich Bündnis90/ Grüne), Tim Werner (Vegans for Future), Patrick Müller (ProVieh) und Frank Weber (Moderator der Sendung „Hund Katze Maus“ bei VOX) begeisterten die Zuhörer/innen.

 

In der Expertenrunde diskutierten Dr. Michael Marahrens, Dieter Ruhnke (Deutscher Tierschutzbund, LV Niedersachsen), Dr. Kirsten Tönnies (Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft, tfvl), Ina Müller-Arnke (Vier Pfoten), Dr. Claudia Preuss-Ueberschär (tfvl) und Dr. Joachim Lübbo Kleen (Tierarzt CowConsult) kontrovers über die Rechtmäßigkeit sowie die Notwendigkeit von Tiertransporten in Drittländer.

 

Letztlich stellten sich vier Landtagsabgeordnete den Fragen des interessierten Publikums. Mit dabei waren Christoph Eilers (CDU), Wiard Siebels (SPD), Horst Kortlang (FDP) und Miriam Staudte (Bündnis90/Grüne).

 

Die anschließend geplante Menschenkette um die Tiersammelstelle „VOST“ in Aurich Schirum konnte auf Grund der fortgeschrittenen Zeit nur kurz gebildet werden.

Dank der perfekten Organisation und vorbildlicher Pressearbeit haben viele Medien über die gelungene Veranstaltung berichtet. Unter anderem die Ostfriesen-Zeitung, der Ostfriesische Kurier, der NDR in „Hallo Niedersachsen“, ostfriesen.tv, dpa und die Süddeutsche Zeitung.

Die einzelnen Reden, Diskussionsrunden und Interviews wurden aufgezeichnet und sind hier zu finden.

 

Hintergrund:

 

Die unmittelbar anzuwendende Verordnung (EG) Nr. 1/2005 (EU) regelt wie, nicht aber, ob ein Transport durchzuführen ist. Bei ihrer Anwendung werden unterschiedliche Maßstäbe in den einzelnen Bundesländern angesetzt. Dadurch bedingt entstehen sog. „Schlupflöcher“ in Niedersachsen, Brandenburg und NRW. Die jeweiligen Veterinärämter, u.a. Aurich stehen stark in der Kritik. 

 

Die Entscheidung, ob Tiertransporte in Drittländer überhaupt abzufertigen sind, richtet sich allerdings nach nationalem Recht (TierSchG). Niedersachsen hat im Jahr 2021 die Genehmigung  eines Transportes unter Hinweis auf das TierSchG versagt. Im Rahmen des vorläufigen Rechtsschutzverfahrens hat das OVG Lüneburg mit Beschluss vom 26.05.2021 diese Entscheidung aufgehoben. In der Begründung wurde u.a. ausgeführt, dass Einzelfallregelungen hier keinen Bestand haben und auf den Erlass einer generellen Regelung verwiesen. 

 

Folgerichtig hat der Ausschuss des Bundesrates am 11.06.2021 empfohlen, ein nationales Transportverbot zu verfügen. Im Bundesrat selbst fand diese Empfehlung damals jedoch keine Mehrheit. 

 

Inzwischen hat die Agrarministerkonferenz Ende März/ Anfang April 2022 die Bundesregierung aufgefordert, ein Exportverbot lebender Tiere in bestimmte Drittländer einzuführen. Diese Forderung unterstützen wir ausdrücklich!

 

1. Ira Helsper, 2. v.l. Dr. Claudia Preuß-Ueberschär, Dr. Joachim Lobby Kleen, Dr. Kirsten Tönnies, 3. v.l. Peter Hübner, Britta Gorsler, Marianne Rautenberg, Helga Leydag, Simone Oppermann, Dr. Kirsten Tönnies, 4.+5. Dr. Claudia Preuß-Ueberschär mit Dackel Flori, 6. Demozug, 7. Diedrich Kleen, 8. v.l. Dr.Michael Marahrens, Miriam Staudte, Dr. Claudia Preuß-Ueberschär, 9. Peter Hübner und Tilly Metz, 10. Kundgebung, 11. v.l. Dr. Edmund Haferbeck, Miriam Staudte, Dieter Ruhnke, Dr. Joachim Lobby Kleen, Horst Kortlang, Christoph Eilers, Peter Hübner, Patrick Müller, Wiard Siebels, Frank Weber, Dr. Kirsten Tönnies, Tim Werner, Ina Müller-Arnke, Dr. Claudia Preuß-Ueberschär, Dr. Michael Marahrens, Tilly Metz, Gila Altmann


Gutachten:  Reform des Tierschutzrechts

Foto: Stefan Kaminski (von links: Zoe Mayer, Renate Künast, Dr. Christoph Maisack, Dr. Barbara Felde, Cem Özdemir

 

„mensch fair tier" gratuliert unserer Dr. Barbara Felde ganz herzlich zur feierlichen Übergabe des Gutachtens zur Reform des Tierschutzgesetzes an Agrarminister Cem Özdemir, an Renate Künast und Zoe Mayer vom Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft im Bundestag.

 

Die Juristin hat zusammen mit ihren Kolleg*innen Dr. Christoph Maisack und Linda Gregori (alle DJGT) sowie dem Strafrechtler Prof. Jens Bülte und Anna-Lena Dihlmann, im Auftrag der Bundestagsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen dieses Gutachten zu weitreichenden Verbesserungen im Tierschutz erstellt. Das ist dringend notwendig, denn bislang ist Tierschutz zwar im Grundgesetz verankert, wird aber de facto kaum umgesetzt. Tierquälerei, sowohl im privaten Umfeld als auch in der Landwirtschaft wird kaum und wenn nur gering geahndet. Das soll und muss sich zügig ändern- die Grausamkeiten an Tieren sind einfach zu groß.

 

Möge diese Handlungsempfehlung der Jurist*innen zu ehrlichen Reformen im Tierschutz führen!

 

Den Autoren ist wichtig, dass das Gutachten für alle Interessierten kostenfrei einsehbar ist, daher gibt es eine kostenlose Open-Access-Version zum Abruf:

 

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Ein effektives Tierschutzrecht für wirksamen Tierschutz
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Demo gegen Tiertransporte am 09.04.2022 in Aurich

Am Samstag, den 09.04.2022 gehen wir in Aurich gemeinsam auf die Straße, um gegen grausame Tiertransporte zu demonstrieren.
Macht mit!
Wir setzen uns für die Abschaffung grausamer Tiertransporte ein. Insbesondere wird die schnellstmögliche Aufnahme eines Verbotes von Tiertransporten in alle Länder außerhalb der EU sowie ein entsprechendes europaweites Verbot dieser Transporte gefordert.
Die Veranstaltung wird von vielen namhaften Organisationen und auch von Prominenten unterstützt, die zur Teilnahme an der Demonstration aufrufen.
Programm
Demozug durch die Innenstadt von Aurich
10:30 Uhr Treffen an der Sparkassenarena Aurich
11:00 Uhr Beginn Demozug
Reden und Diskussionsrunden auf dem Rathausvorplatz in Aurich
Begrüßung 12:00 – 12:10 Uhr
Reden
12:10 Uhr Tilly Metz (EU-Abgeordnete)
12:20 Uhr Dr. Edmund Haferbeck (PETA)
12:30 Uhr Gila Altmann (KT Aurich Bündnis90/ Grüne)
12:40 Uhr Tim Werner (Vegans for Future)
12:50 Uhr Frank Weber (Moderator der Sendung „Hund Katze Maus" bei VOX)
Pause 13:00 – 13:30 Uhr
Expertenrunde
13:30 Uhr Dr. Michael Marahrens
Dieter Ruhnke (Deutscher Tierschutzbund, LV Niedersachsen)
Dr. Barbara Felde ( DjGT)
Dr. Kirsten Tönnies (Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft, tfvl)
Ina Müller-Arnke (Vier Pfoten)
Pause 14:15 – 14:30 Uhr
Podiumsdiskussion
14:30 Uhr Prof. Dr. Ludwig Theuvsen (Staatssekretär des ML Niedersachsen)
Christoph Eilers (MdL CDU)
Jörn Domeier (MdL SPD)
Horst Kortlang (MdL FDP),
Miriam Staudte (MdL Bündnis90/Grüne)
Menschenkette um die Tiersammelstelle „VOST" in Aurich Schirum
ab 16:00 / 16:30 Uhr Anfahrt Tiersammelstelle
17:00 Uhr Ende der Veranstaltung

Erfolg vor Gericht: „Tierärztin darf Seehunde retten“

Foto privat/ Dritte v. links: Dr. Kirsten Tönnies, im Kreise der Seehunde-Retter*in und deren Anwältin.

 

Unsere Vereinsvorsitzende Dr. Kirsten Tönnies, freut sich mit der freigesprochenen Tierärztin Janine Bahr- van Gemmert.

 

Kirsten war als Zeugin vor Gericht geladen und hat im Anschluss folgende Pressemitteilung geschrieben:

 

Erfolg vor Gericht: „Tierärztin darf Seehunde retten“,

 

so urteilte die Richterin am Amtsgericht in Husum.

 

Eine Stunde war für die Verhandlung um die Rettung eines Seehundbabys durch die Tierärztin Janine Bahr- van Gemmert angesetzt gewesen. Zweieinhalb Stunden mit mehreren Unterbrechungen dauerte die Sitzung. Das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung MELUND in Schleswig Holstein war als Klägerin gegen die Tierrettung stark vertreten.

 

Die Juristin des Ministeriums, die gleichzeitig die Anklagen formuliert hatte, sagte aus, dass es keine Absprachen zwischen der Robbenstation der Tierärztin auf Föhr und dem Ministerium gebe, wonach die Tierärztin und deren Helfer Robben helfen dürften.

 

Eine Zeugin widersprach dem allerdings und nannte Details aus den Absprachen.

 

Am Ende plädierte sogar der Staatsanwalt für Freispruch. Nicht zuletzt, weil der Fundort des Seehundbabys in den Weiten des Wattenmeeres unklar blieb, wurde die Anklage hinfällig. Im Schutzgebiet ist Helfen verboten. Sogar, wenn man auf Wanderwegen über ein hilfsbedürftiges Tier stolpert, muss man es sterben lassen, so die Vorgabe des Ministeriums.

 

Ob das dem Staatsziel Tierschutz im Artikel 20a des Grundgesetzes, dem Tierschutzgesetz und nicht zuletzt dem Naturschutzrecht entspricht, werden vermutlich zukünftige Verfahren klären müssen. Sogar im Jagdrecht wird auf die Möglichkeit der Tierhilfe in Paragraf 22 a verwiesen. Worin genau die vorgeworfenen "Störungen" bei der Mitnahme des Tieres bestanden haben sollen, wurde nicht dargelegt. Der Unterschied zwischen Jägern, die ein Tier erschießen und es anschließend in einer Wanne zur Untersuchung mitnehmen und Helfern, die ein lebendes Tier in einem Transportkorb retten, erschließt sich auf den ersten Blick nicht, so eine anwesende Tierärztin und Jägerin.


Ein Mitglied der Deutschen Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht DJGT vertritt die Tierärztin Janine Bahr- van Gemmert und konnte sich am Ende den Empfehlungen der Staatsanwaltschaft anschließen.

 

Vor dem Gerichtsgebäude demonstrierte ein Mitglied der Mensch Umwelt Tierschutz MUT Partei mit dem Slogan „Besser tot als gesund = Tierschutzpolitik Ministerium SH  ! unglaublich !"
So empfinden es auch die beiden weiterhin angeklagten Helfer, deren Verfahren für zusätzliche Beweisaufnahmen nur unterbrochen sind. Weil sie keine Tierärzte sind, dürfen sie keine Tierleben retten, so der erste Eindruck. Das Verfahren gegen sie wird fortgesetzt.

 


Pressemitteilung "Besser tot als gesund!"

Ein Beispiel für die Absurdität im Tierschutz:

 

Das Recht schreibt vor, dass Wildtiere am Fundort ausgewildert werden sollen. Die Tierärztin Janine Bahr van Gemmert, die auf der Insel Föhr eine Robbenstation betreibt,  würde das selbstverständlich übernehmen. Sie muss aber vor dem Auswildern jedes Tier auf das Festland nach Friedrichskoog schicken. Die setzen das Tier dann aus - an ganz anderen Stellen...

 

Unsere Vereinsvorsitzende Dr.med.vet. Kirsten Tönnies, hat deshalb folgende Presse-mitteilung geschrieben, um der Öffentlichkeit die Absurdität der behördlichen Vorschriften aufzuzeigen.

 

Fotos: privat


 

Pressemitteilung vom 28.April 2022

    "Besser tot als gesund!"

 

so kann man die Tierschutz-Strategie für Robben des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung MELUND in Schleswig-Holstein vielleicht am besten zusammen fassen. Im Sommer werden Seehunde und Kegelrobben noch als beliebte Touristenattraktion beworben. Ab Herbst wendet sich das Blatt; Dann lautet die ministerielle Devise „liegen lassen", "in Würde sterben lassen" oder "erschießen", wenn Menschen hilfsbedürftige Seehunde am Strand finden und den Behörden melden.

 

Die Begründung für das "Sterben lassen" lautet, dass man in natürliche Lebensvorgänge nicht eingreifen, und „Natur- Natur sein lassen will". Die Sache hat nur einen Haken: Die Lebensräume der Tiere an Stränden und im Wasser sind nachhaltig durch Lärm, Schmutz und Gifte belastet.

 

Die viel berufene „natürliche" Natur existiert deshalb schon lange nicht mehr.

 

Experten, wie die Tierärztin Janine Bahr van Gemmert und ihr Mann André van Gemmert, betreiben auf der Insel Föhr eine Robbenstation. Sie wollten dem Sterben der Tiere nicht einfach nur zusehen. Sie retten zusammen mit ihren Helfern regelmäßig Tiere, zu denen sie gerufen werden. Das Ministerium will der Robbenstation Föhr das Helfen jetzt verbieten. Obwohl die Ablehnung einer Bitte zur Hilfestellung für ein Tier in Not einen Verstoß sowohl gegen ihre Berufsordnung, als auch gegen ihren Ethikkodex darstellt, wird die Tierärztin für ihre Hilfeleistung regelmäßig durch das Ministerium gemaßregelt und angezeigt. Am 30. März 2022 findet am Amtsgericht in Husum ab 9.00 Uhr wieder eine Gerichtsverhandlung gegen sie und ihren Mann, sowie einen Helfer, statt.

 

Rund 400 Euro soll jeder Tierretter als Strafe für seine Hilfestellung bei einem kleinen Seehund zahlen. Man will sie damit zwingen, die Tiere den Jägern zu überlassen oder nur an die jagdlich und staatlich finanzierte Seehundstation Friedrichskoog zu schicken. Dabei will diese Station außerhalb der Saison gar keine Tiere aufnehmen. Die aktuelle Statistik der Station zeigt auf, dass seit September 2021 über 4 Monate kein einzige Seehund aufgenommen wurde. „Dabei hatten wir genau in dieser Zeit ungewöhnlich viele Meldungen hilfsbedürftiger Tiere" so Janine Bahr van Gemmert.

 

Alle in dieser Zeit gemeldeten Tiere wurden folglich von Jägern getötet oder zum „würdevollen Sterben" liegen gelassen. Auf Grund der ministeriellen Vorgaben wird die Tierärztin gezwungen, Tiere, die sie gerettet hat, weiter auf das Festland zu schicken. Zuletzt starben in der staatlichen Station Friedrichskoog zwei übersandte Seehundweibchen, obwohl sie in gutem Zustand dorthin geschickt wurden. Trotz wiederholter Nachfragen von Tierärztinnen wurden bis heute keinerlei Angaben über die Todesursache mitgeteilt. Für eine angeblich gewünschte, bessere, gemeinsame Arbeit wurde 2018 ein sogenannter Runder Tisch RT Meeressäuger/Robben im MELUND installiert. Weniger als ein Drittel der Mitglieder vertreten dabei Tierschutzinteressen, ergab eine Analyse der paritätischen Verteilung. „Es geht nicht um die Tiere, es geht um die Jäger; hinter die wird sich unser Ministerium immer stellen" lautet die interne Erklärung für die Sitzungen an diesem Runden Tisch, der von einigen Teilnehmern als „pure Farce" bezeichnet wird. Es geht darum, die Zahl der zu versorgenden Tiere so klein wie möglich zu halten und sich nicht in die Karten schauen zu lassen, um den Jägern die alleinige Macht über Leben und Tod zu erhalten.

 

Sieht so der künftige Schutz der Seehund- und Kegelrobben-Populationen aus?! Hoffentlich nicht - das wäre ein schlechter Scherz zu Lasten der Tiere.   

 

Für Rückfragen:

 

Dr. Kirsten Tönnies
Mail: kirsten.toennies@googlemail.com
Mobil: 015158198947

Weitere Infos unter:

 

Deutsche Stiftung Meeresschutz

https://www.lifepr.de/pressemitteilung/deutsche-stiftung-meeresschutz-dsm-neuss/Schleswig-Holsteinisches-Umweltministerium-kriminalisiert-Robbenretter/boxid/892976?utm_source=Belegmail&utm_medium=Email&utm_campaign=Aktiv

 

PeTA

https://www.peta.de/neuigkeiten/tieraerztin-robbe-angezeigt/

 


Gutachten:  Reform des Tierschutzrechts

 

Das aktuell erschienene Gutachten „Reform des Tierschutzrechts" der Herausgeber Prof. Jens Bülte, Dr. Barbara Felde, Dr. Christoph Maisack wurde im Auftrag der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen erstellt. Das umfassende Werk enthält ein Gutachten (Felde/Gregori/Maisack, alle DJGT) Vorschläge für ein neues Tierschutzgesetz.
Dem Gutachten zur Reform des Tierschutzgesetzes ist das Gutachten „Reform des Tierschutzkriminalstrafrechts zur effektiven Bekämpfung von Tierquälerei" von Prof. Bülte und Anna-Lena Dihlmann vorangestellt; beide Gutachten sind im Zusammenhang zu lesen.

 

Den Autoren ist wichtig, dass das Gutachten für alle Interessierten kostenfrei einsehbar ist, daher gibt es eine kostenlose Open-Access-Version zum Abruf:

 

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Ein effektives Tierschutzrecht für wirksamen Tierschutz
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Ein tatsächlicher Schutz der Tiere (in nahezu allen Bereichen) findet de facto genau so wenig statt wie erforderliche Kontrollen bzw. der Vollzug bei Straftaten (Tierquälerei).
Die neue Bundesregierung gibt nach Jahrzenten erstmalig Anlass zur Hoffnung, dringend notwendige Änderungen im Tierschutzrecht im Deutschen Bundestag zu beschließen.

 

Das vorliegende Werk zeigt die Grundlagen dafür auf!

 


Abstimmung im EU-Parlament:                                           Lebendtiertransporte in Drittländer – „business as usual"

 

Pressemitteilung 20.01.2022 - „Ostfriesen gegen Tierleid"

 

Die Pressemitteilung der mit uns befreundeten Organisation „Ostfriesen gegen Tierleid" bringt es auf den Punkt:

 

Abstimmung im EU-Parlament: Lebendtiertransporte in Drittländer – „business as usual"

 

Am Donnerstag (20.01.22) ist die Abstimmung der Abgeordneten im EU-Parlament zu den Empfehlungen des EU-Untersuchungsausschusses zum Schutz von Tieren beim Transport erfolgt. Es gab KEINE Mehrheit im EU-Parlament für einen tatsächlichen Schutz der Tiere beim Transport innerhalb und außerhalb der Union! Die entsetzlichen und vielfach dokumentierten Qual-Transporte von Rindern, Kälbern, Schafen, Geflügel und anderen Tieren werden also erst einmal weitergehen. BUSINESS AS USUAL in den EU-Mitgliedsstaaten ...

 

Zuvor tagte der EU-Untersuchungsausschuss 18 Monate lang. Zahlreiche Anhörungen von Experten aus Wirtschaft/Industrie, Veterinärverbänden, Forschungsinstituten, NGO sowie EU-Kommissionsmitgliedern und Beamten aus diversen EU-Mitgliedstaaten lieferten die Grundlage für den Abschlussbericht und die Empfehlungen an das EU-Parlament.

 

Zwar fanden zahlreiche Missstände, unzureichende Versorgung und entsetzliches langes Leiden der Tiere sowie tierschutzwidriger Umgang im Zusammenhang mit den Tiertransporten Eingang in den Abschlussbericht.

 

Für eine Empfehlung, die nicht kontrollierbaren Tiertransporte in Drittländer (Hochrisikostaaten) zu verbieten, sah der Untersuchungsausschuss jedoch keine Veranlassung.

 

Die zahlreichen Empfehlungen des Ausschusses für verstärkte Kontrollen, strengere Zulassungsbedingungen, verbesserte Harmonisierung zwischen den EU-Mitgliedsstaaten und die insgesamt marginalen Verbesserungsvorschläge sind eine Farce zum tatsächlichen Schutz der Tiere beim Transport!

 

Auch der Landkreis Aurich in Ostfriesland spielt hierbei eine wichtige Rolle.

 

2021 wurden 237 Langstreckentransporte durch das zuständige Veterinäramt genehmigt. Dabei wurden ca. 8.300 Rinder in Länder wie Marokko, Russland und Usbekistan exportiert. Aurich hat sich hierbei als Schlupfloch für skrupellose Tiertransporteure einen „Namen" gemacht. Während andere Bundesländer ein Verbot von Tiertransporten in „Hochrisikoländer" ausgesprochen haben, nutzen diese Transporteure nun die Möglichkeit, über Aurich abzufertigen. Hierbei ist auch die Landesregierung Niedersachsen angesprochen, die es bis heute nicht geschafft hat, dieses entsetzliche Leiden der Tiere zu beenden.

 

Aus diesem Grund ruft das Aktionsbündnis „Schluss mit Tiertransporten" am 09.04.22 in Aurich zu einer Großdemonstration mit anschließender Expertenrunde und Podiumsdiskussion auf. Teilnehmen werden neben zahlreichen NGO auch Vertreter*innen aus den Bereichen Politik, Wissenschaft, Veterinärwesen und Justiz.

 

Aktionsbündnis (Stand 20.01.22):

Ostfriesen gegen Tierleid, Deutscher Tierschutzbund LV Niedersachsen, Deutsche Tier-Lobby e. V., DJGT- Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht e. V., mensch fair tier e. V., Metzger gegen Tiermord, Peta Deutschland e. V., Peter Hübner (Tierrechtsaktivist), PROVIEH e. V., Tierärzte für Tiere, Tierhuus Insel Föhr e. V., Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft e.V., Unsere Hände für viele Pfoten Lage/Lippe e. V., VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz.

 


Video-Konferenz mit Norbert Lins, MdEP, Vorsitzender des Agrar-Ausschusses im EU-Parlament

 

mensch fair tier hatte am 13.01.22 ein erneutes Gespräch per Video-Konferenz mit dem Vorsitzenden des EU-Agrarausschusses Norbert Lins (evp/CDU).

 

Diesmal als Gäste mit dabei, Iris Baumgärtner von AWF (Animal Welfare Foundation), Dr. Michael Marahrens vom Friedrich-Löffler-Institut und Dr. Thomas Buckenmaier Leiter des Veterinäramtes Reutlingen.

 

Am 20.01.22 soll im EU-Parlament über die Empfehlungen des Untersuchungsausschusses im Zusammenhang mit dem Schutz von Tieren beim Transport (ANIT) abgestimmt werden. 18 lange Monate haben die Ausschussmitglieder Dokumente gesichtet, Experten angehört (darunter auch Iris Baumgärtner und Dr. Marahrens), Reisen zu Grenzstationen unternommen, Filmmaterial gesichtet und vieles mehr. Ziel sollte eine Verbesserung für die Tiere bei langen Transporten sein.

 

Herausgekommen ist keine grundlegende Reform- aus Sicht von mensch fair tier noch nicht einmal ein Reförmchen. Schon gar nicht wurde ein Verbot von Drittland-Exporten in Betracht gezogen - auch nicht für Kälber!

 

Unter anderem wurde von dem Ausschuss empfohlen, Kälber sollten erst ab einem Alter von 35 Tagen auf lange Transporte gehen, bislang dürfen die kleinsten Kälbchen ab einem Alter von 14 Tagen auf Langstrecken-Transporte gehen. Noch dazu ohne geeignete Fahrzeuge, die die kleinen Tierkinder mit Milch versorgen könnten.

 

Ein Unding für uns und unsere Experten Iris Baumgärtner, Dr. Marahrens und Dr. Buckenmaier. In den EU-Gremien wird jetzt um Tage gefeilscht anstatt diese grausamen Transporte von Tierkindern ganz zu verbieten.

 

Seit vielen Jahren wird hier ganz klar bereits bestehendes EU-Recht VO (EG) 1/2005 gebrochen, wissentlich von den Mitgliedsstaaten. Es ist nicht möglich lange Transporte in Drittstaaten tierschutzgerecht plausibel zu planen, durchzuführen oder zu kontrollieren.

 

Dies haben wir versucht, in dem Gespräch mit Herrn Lins noch einmal klar herauszuarbeiten. Jetzt besteht die einmalige Chance in der EU auf eine Veränderung in Sachen Langstrecken-Tiertransporte. Zumindest für eine klare Beschränkung der Transportzeit auf 8 Stunden an Land und 24 Stunden auf Schiffen.

 

Am 20. Januar könnten im EU-Parlament die Weichen neu gestellt werden, hin zu mehr Tierschutz, Umweltschutz, Klimaschutz, und zu mehr Ethik und Moral im Umgang mit unseren Mitgeschöpfen.

 

Millionen von Schlachttieren (Rinder, Kälber, Schafe, Lämmer, Geflügel, Pferde, Hasen, Ziegen) werden über weite Land- und Seestrecken transportiert. Viele verrecken elendig bereits beim Transport!

 

Damit muss Schluss sein!

 

Dies haben wir Herrn Lins alles noch einmal vorgetragen und ihn eindringlich gebeten, am 20. Januar wenigstens für die winzigen Verbesserungen zu stimmen, die vom ANIT empfohlen wurden. Wie die Abstimmung ausgeht, werden wir erfahren und das Ergebnis  hier auf unserer Homepage veröffentlichen.

 


Abstimmung im EU-Parlament im Januar 2022 zum Thema „Tier-transporte" - Offener Brief an alle Mitglieder des Europäischen Parlaments

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2022-01 Offener Brief Verbot von Lebendt
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2022-01 Open Letter Ban on the transport
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Pressemitteilung
PM TKB Verbot von Lebendtiertransporten.
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„Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!"

Bertold Brecht