tiertransporte

Belastung durch Transporte

 

Die Strapazen des Transports beginnen für die Tiere schon mit dem Beladen, etwa wenn sie auf die Ladeflächen der Lkws getrieben oder gefangen und in Transportboxen gepackt werden. Verletzt sich ein Tier während des Beladens, wird es meist trotzdem abtransportiert. Die EU-Tiertransportverordnung gibt zwar vor, dass verletzte Tiere nicht transportfähig sind und somit nicht transportiert werden dürfen. Allerdings gilt dies nicht für »leicht verletzte oder leicht kranke« Tiere. Darüber hinaus ist der Transport insbesondere über lange Strecken eine so erheb- liche Belastung für die Tiere, dass viele von ihnen einige Tage nach Ende des Transports aufgrund der Transportbedingungen erkranken.

 

Zusammenfassung der Gefahren:

 

  • Einschränkung der Bewegungsmöglichkeit (zu wenig Platz und/oder zu geringe Laderaumhöhe)
  • Plötzliche Fahrbewegungen durch Bremsen, Beschleunigen und Kurven
  • Auseinandersetzungen mit unbekannten Artgenossen
  • Eingeschränktes Ausruhen
  • Zu hohe oder zu niedrige Umgebungstemperaturen (Überhitzung, Kälteschäden, Tod)
  • Mangelnde Belüftung
  • Verlängerte Transportdauer durch Wartezeiten
  • Geburten beim Transport
  • Verletzungen wie Abschürfungen, Knochenbrüche und Prellungen
  • Stress und Angst
  • Dehydrierung und Hunger durch unregelmäßige oder unzureichende Fütterung und Wasserversorgung bzw. durch die Nichteinhaltung gesetzl. Vorgaben
  • Tod

Quelle und weitere ausführliche Informationen zu diesem Thema:

https://albert-schweitzer-stiftung.de/massentierhaltung/tiertransporte-zahlen-fakten

 

Tod durch Transport

 

Nicht selten sterben Tiere während des Transports. Bei Geflügeltieren ist eine gewisse Sterberate fest einkalkuliert. Sie wird als  »Death on arrival«, also »Tod bei der Ankunft« bezeichnet. Der Umgang beim Fangen und Verladen sowie der Gesundheitszustand der Tiere können ebenfalls beeinflussen, wie viele Tiere während des Transports zu Tode kommen. Bei besonders ungünstigen Umständen wie Sommerhitze, nasskalten Wintertemperaturen oder ungenügenden Transportmitteln kann die Todesrate durchaus mehrere Prozent erreichen.

 

Masthühner und Mastschweine sind aufgrund ihrer Überzüchtung besonders anfällig für die Strapazen des Transports. Das Sterberisiko erhöht sich außerdem, wenn Tiere trotz Verletzung oder Erkrankung transportiert werden.

 

Kontrollen

 

Für die Kontrollen der Tiertransporte sind die Veterinärbehörden zuständig. Teilweise erhalten sie Unterstützung von der Polizei oder dem Zoll.

 

Die Ergebnisse der Kontrollen muss Deutschland an die Europäische Kommission übermitteln. Bei den Kontrollen im Jahr 2015 wurden in Deutschland  insgesamt etwa 5.000 Verstöße beim Transport von Rindern, Schweinen, Geflügel, Schafen und Ziegen festgestellt. Bei den Rindern betrafen die meisten Verstöße (insgesamt fast 60 %) die Transportfähigkeit.

 

Insbesondere der Transport von hochschwangeren oder kranken bzw. verletzten Tieren fiel ins Gewicht. Auch bei Schweinen wurde meist der Transport von verletzten oder kranken Tieren bemängelt. Bei allen Tieren fanden die Kontrolleure Verstöße gegen die Vorgaben der Ladedichte vor.

 

Insbesondere betraf das die in Behältern transportierten Geflügeltiere. Andere Verstöße betrafen die Dokumentation oder das Transportmittel. 230 Mal wurden außerdem die Vorgaben zum Tränken und Füttern oder zur Transportoder Ruhedauer nicht eingehalten.

 

Was der Bericht von 2015 nicht berücksichtigt: Transportunternehmen umfahren bestimmte Regionen gezielt oder wählen gänzlich andere Routen, um häufigen oder strengeren Kontrollen zu entgehen. Da sich außerdem das Strafmaß für dieselben Vergehen von Land zu Land innerhalb der EU immer noch unterscheidet, nehmen die Transportunternehmen sogar längere Wege in Kauf, um strengen Strafen zu vermeiden.

 

Quelle: Albert-Schweitzer-Stiftung


 

"Deutschland exportiert Tierleid - nicht nur in Form von geschundenen

Tieren, sondern auch in Form von Know-How und Technik."

Michael Blanke – Animals Angels