Wir setzen uns für eine Veränderung des ökologischen Bewusstseins und für ein Umdenken im Umgang mit unseren sogenannten "Nutztieren" ein. Ein "Systemwechsel", der von der Gesellschaft mitgetragen wird, ist aus unserer Sicht dringend erforderlich.
Dafür klären wir die Menschen / Konsumenten auf und sprechen Politiker und Verantwortliche auf Landes-, Bundes- und der europäischen Ebene an.
Wir wollen niemanden bekehren, sondern informieren und aufklären mit Fakten, Zahlen und Bildern. Wir suchen das Gespräch und sind im Dialog mit allen Menschen und Gruppierungen. Wir sind der Meinung, dass nur über Toleranz auch gegenüber Andersdenkenden eine echte Veränderung möglich ist. Durch gegenseitigen Respekt und gegenseitiges Verständnis kann etwas Gutes entwickelt werden.
Wir waren dabei!
Diedrich Kleen und Dr. Kirsten Tönnies haben Vorträge gehalten und Diedrich hat mit Tierrechtsaktivist Peter Hübner über die Zukunft der Proteste gegen Tiertransporte in Aurich gesprochen. Nachfolgend die Videos.
Wir schreiben Ihnen, weil die jüngste Recherche des Vereins Verein gegen Tierfabriken aus Österreich vom 15.07.2025 in der Türkei schwerste Verstöße gegen das Deutsche Tierschutzgesetz offenbarte.
Hier einige Zitate aus dem Bericht:
„In Ankara zeigten sich erschütternde Szenen: Männer treiben Rinder mit Stöcken an und ziehen sie an Ketten um ihren Hals zum Ort ihrer Tötung. Dabei sind ihnen die Augen verbunden. Die sensiblen Tiere werden an einem Metallgerüst an einem Bein ein Stück in die Luft gezogen. Teilweise so, dass sie dabei am Boden aufprallen. Schon das Hochziehen der bis zu 1000 kg schweren Bullen und der Aufprall ist mit extremen Schmerzen verbunden. Anschließend werden die Tiere am Boden fixiert. Dann wird ihnen der Hals aufgeschnitten. Die Videoaufnahmen zeigen teils heftige Reaktionen der Tiere, sie strampeln und versuchen, sich zu befreien, Blut spritzt aus den Wunden. Da die Tötung ohne Betäubung erfolgt, erleben sie jeden Moment davon bei vollem Bewusstsein.
(…) Auch auf Märkten in Şile, in der Nähe von Istanbul, werden Rinder grausam getötet. Die Tiere werden in körpergroßen Metallboxen fixiert. Ein Spalt am unteren Rand ermöglicht es den Männern, die die Schächtung durchführen, Rinder mithilfe einer Metallkette, die um ihr Hinterbein gewickelt wird, zu fesseln. Die Box wird seitlich geöffnet und das Rind gleichzeitig an der Kette mithilfe eines Seilzuges nach oben gezogen. Dadurch wird das Tier umgeworfen und fällt zu Boden, während es kopfüber in Position gebracht wird, um getötet zu werden.“
Es soll nicht unerwähnt bleiben, die Tiere nicht nur unter den hochgradig Schmerzen, sondern auch dem Gefühl des Erstickens leiden, weil sie ihr hervorquellendes Blut durch die aufgeschnittene Luftröhre einatmen.
Die durch die Organisation VGT aus Österreich offengelegte Recherche von Juni dieses Jahres zeigt an, dass sich in den schon von Manfred Karremann gezeigten Bilden („Tiertransporte Gnadenlos“) bis heute nichts geändert hat. Die Bedingungen, unter denen die Tiere in ihren Bestimmungsorten zu leiden haben, sind weder mit deutschem noch mit EU-Recht zu vereinbaren. Und es macht auch keinen Unterschied, ob die Tiere zu Schlachtzwecken oder dem Herdenaufbau dienen sollen. Denn alle exportierten Tiere finden ein solch grausames Schicksal. Auch in den neueren, modernen Schlachthäusern.
Susanne Mittag (SPD) hat in der Bundestagssitzung am 18.01.2018 zum Thema ausgeführt:
„Die schon erwähnten Aufnahmen aus der TV-Reportage „Geheimsache Tiertransporte“ – so hieß sie nämlich – haben nicht nur mich schockiert, sondern auch viele Bürgerinnen und Bürger. … Welche Grausamkeiten unsere heimischen Tiere in ihren Zielländern außerhalb der Europäischen Union erleiden müssen, ist nur schwer in Worte zu fassen. So werden Rindern nach dem Entladen die Sehnen an den Beinen durchgetrennt, damit sie nicht weglaufen können, oder ihnen werden die Augen ausgestochen, damit sie sich nicht orientieren und weglaufen können. Nach einer tagelangen Fahrt, eingepfercht im Lkw, und der Malträtierung beim Entladen – beispielsweise werden die Tiere an einem Bein aufgehängt und heruntergeworfen, weil das einfacher ist – werden unsere Tiere oft nicht artgerecht und ohne jede Betäubung geschlachtet. Das sind keine Einzelfälle. … Anstatt unsere Tiere sehenden Auges auf eine lange und oft grausam endende Reise zu schicken, sollten die Tiere – das wurde schon vorgeschlagen – lieber in Deutschland tierschutzgerecht geschlachtet und dann das gefrorene Fleisch transportiert werden. …. Ihr Wohl muss auch in außereuropäischen Ländern sichergestellt werden.“
Tierschutzstandards innerhalb der EU bezüglich Tieren, die aus Deutschland/ bzw. aus der EU in Drittsaaten exportiert werden, gelten über EU-Grenzen hinaus!
Prof. Dr. Jens Bülte ist Inhaber des Lehrstuhls für Strafrecht, Strafprozessrecht, Wirtschafts- und Steuerstrafrecht an der Universität Mannheim. Er führt aus: „Nach deutschem Strafrecht leistet jeder objektiv Beihilfe zu einer Straftat, der in irgendeiner Weise an der vorsätzlichen rechtswidrigen Tat eines anderen mitwirkt. (…) Daher liegt es nahe, die Beihilfestrafbarkeit eines Amtsveterinärs zu erwägen, der einen Transport abfertigt oder eine notwendige Bescheinigung ausstellt, obwohl er um das hohe Risiko weiß, dass es bei dem Transport oder infolge des Transports zur Tierquälerei kommt.“ https://www.provieh.de/2019/06/tiertransporte-in-hochrisikostaaten/
Dass Tierschutzstandards innerhalb der EU, bzw. innerhalb Deutschlands, auch weiterhin für exportierte Tiere aus der EU, bzw. aus Deutschland in außereuropäische Staaten gelten, bzw. dass Tiertransportverbote ausgesprochen werden können, wenn die Gefahr besteht, dass Tieren im Zielland unnötige Leiden zugefügt werden könnten (wie hier bei der Schlachtung/ Tötung in der Türkei), betont die Bundestierschutzbeauftragte Ariane Kari in ihrer „Stellungnahme zu den rechtlichen Möglichkeiten auf Bundesebene, Tiertransporte in Tierschutzhochrisikostaaten zu verhindern“ vom 5. November 2024 an das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft vom 5. November 2024 wie folgt:
„Unter Zugrundelegung der tierschutzwidrigen Behandlung in den Zielländern könnte ein Verbot auf Artikel 10 VO 2015/479 gestützt werden. Danach können die Mitgliedstaaten Ausfuhrbeschränkungen unter anderem zum Schutz der Gesundheit und des Lebens von Tieren erlassen. Insbesondere die Verordnung 1/2005 als speziellere Regelung steht der Anwendung des Ausnahmetatbestandes gemäß Artikel 10 VO 2015/479 nicht entgegen. Der Anwendungsbereich der Verordnung 1/2005 ist hier nicht eröffnet, diese regelt primär das „wie“ des Transports, jedenfalls aber nicht das „wohin“ und die Sachverhalte, die nach dem Transportvorgang eintreten.
Eine andere Beurteilung kann sich auch nicht aus Artikel 3 Satz 1 VO 1/2005 ergeben, wonach niemand eine Tierbeförderung durchführen oder veranlassen darf, wenn den Tieren dabei Verletzungen oder unnötige Leiden zugefügt werden könnten. Denn auch diese Regelung bezieht sich auf die Modalitäten des Transports und stellt keine Grundentscheidung, dass Tiertransporte in außereuropäische Drittstaaten grundsätzlich zulässig sein sollen, dar. Ein auf Artikel 10 VO 2015/479 gestütztes Verbot hingegen basiert auf tierschutzwidrigen Behandlungen in den Zielländern und ist damit losgelöst vom Transport zu betrachten und würde den Anwendungsbereich der VO (EG) Nr. 1/2005 gar nicht berühren (siehe dazu Frau Karis Verweis/ Fußnote 12, S. 7,ebenda: „So auch Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestags, Ausarbeitung: Einschränkung von Lebendtiertransporten in bestimmte Drittländer aus Tierschutzgründen, 2022, S. 9/ eig. Anmerkung)
Mit Blick auf die Rechtsprechung des EuGH und der Anerkennung von Tieren als fühlende Lebewesen – auch durch die Mitgliedstaaten – gemäß Artikel 13 AEUV entspricht die Einführung eines nationalen Verbots einer konsequenten Umsetzung der Werte der Europäischen Union. Denn bereits im Jahr 2015 hat der EuGH darauf hingewiesen, dass Tierschutz nicht an den EU-Außengrenzen endet (vgl. Urteil vom 23.4.2015, C-424/13). Mangels ausreichender Kontrollmöglichkeiten in den Zielstaaten und zahlreicher Nachweise tierschutzwidriger Behandlungen wäre die Etablierung eines Transportverbots folgerichtig.
Dies unterstützt auch das aktuelle Urteil des EuGH zum betäubungslosen Schlachten aus dem Jahr 2020 (C-336/19), womit bestätigt wird, dass Mitgliedsstaaten auf nationaler Ebene das betäubungslose Schlachten verbieten können. Dies zugrunde gelegt muss es erst recht möglich sein, den Transport von lebenden Tieren in Staaten, in denen die Tiere betäubungslos geschlachtet werden, unabhängig von dem deklarierten Verwendungszweck zu verbieten. Dies gilt insbesondere deshalb, weil eine Lieferung von Sperma und Embryonen oder Fleisch problemlos möglich wäre.“ (eig. Hervorhebungen; (S. 6/7, ebenda) . Siehe dazu:
Die aktuelle Dokumentation des VGT zeigen unbestreitbar unfassbar grausame, tierschutzwidrige Behandlungen der Tiere!
So schreibt Frau Kari des Weiteren in ihrer Stellungnahme:
„Bereits das derzeit bestehende nationale Recht ermöglicht die Etablierung eines entsprechenden Verbotstatbestandes. Gemäß § 12 Absatz 2 Satz 1 Nr. 3 Tierschutzgesetz wird das Bundesministerium ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates, soweit es zum Schutz der Tiere erforderlich ist, das Verbringen bestimmter Tiere aus dem Inland in einen anderen Staat zu verbieten. Der Erlass einer solchen Rechtsverordnung ist zum Schutz der Tiere erforderlich – es besteht eine abstrakte Gefahr tierschutzwidriger Handlungen in den Zielländern. Dies wird auch durch verwaltungsgerichtliche Entscheidungen bestätigt (13), das OVG Lüneburg äußert in seiner Entscheidung vom 15. Dezember 2023 [11 ME 506/23] sogar Unverständnis, warum von der bestehenden Verordnungsermächtigung noch kein Gebrauch gemacht worden ist (14).
( 13 Vgl. auch OVG NRW Beschluss vom 10. 12. 2020, Az.: 20 B 1958/20.; 14 OVG Niedersachsen Beschluss vom 15.12.2023, Az.: 11 ME 506/23.)/ (eig. Hervorhebungen; S. 8/9, ebenda).
Wir möchten Sie dringend bitten, die gegenwärtige Haltung zu überdenken und ein nationales Verbot durch Verordnung zu erlassen und nicht auf die EU zu warten. Eine Gesetzgebung der EU kann noch viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, dauern. Bis dahin würden weitere unzählige Tiere von der durch den VGT beschriebene Grausamkeit bedroht.
Mit hoffnungsvollen Grüßen
mensch fair tier e.V.
-Der Vorstand-
Update vom 24.08.2025
Die Staatssekretärin Silvia Breher, die, wenn es nach dem Willen unseres Bundeslandwirtsministers Alois Rainer geht die neue Bundestierschutzbeauftragte werden soll, hat uns in seinem Namen eine Antwort geschickt. Mit keinem Wort geht sie hier auf die Stuation der Tiere in den Bestimmungsländern ein und auch nicht auf die Anregung des OVG Lüneburg, Tiertransporte aus Deutschland in EU Dtrittstaaten durch Verordnung zu verbieten.
Die Deutsche Tier Lobby (in Folge DTL) schreibt auf ihrer Webseite: »In Deutschland erleiden jährlich fast 2 Millionen Mutterschweine eingesperrt im fast körperengen Kastenstand ein unermessliches Martyrium. Kastenstände sind enge Metallkäfige, in dem sich die Tiere nicht einmal umdrehen können. Die Schweine sind ihrem Schicksal in völliger Unbeweglichkeit ausgeliefert und einem qualvollen Kreislauf ausgesetzt: In diesen Käfigen werden die Tiere vom Besamer künstlich befruchtet und müssen dann vier Wochen dort bleiben, damit die Trächtigkeit erhalten bleibt. Eine Woche vor dem Abferkeltermin werden sie wieder im Kastenstand bis zum Ende der Säugezeit fixiert. Insgesamt verbringen die Tiere so die Hälfte ihres Lebens im Kastenstand.«
Auf der Webseite der DTL findet ihr die Möglichkeit, eine Protestpostkarte online zu unterschreiben. Wir bieten sie euch auch zum Download an.
https://www.deutsche-tier-lobby.de/kastenstaende/#kastenkarte
Der Verein Animals‘ Angels hat über einen Zeitraum von 25 Jahren hunderttausende von Tieren auf Tiermärkten und während Tiertransporten begleitet. Als Zeichen ihres unveräußerlichen Wertes und ihrer Würde hat der Verein vielen von ihnen einen Namen gegeben und ihre Fotos veröffentlicht. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von zwölf eindrucksvollen Porträtfotos, die im Laufe der Jahre entstanden sind. Der Tierschutzverein Animals' Angels macht sich gegen Tiertransporte stark und will erreichen, dass bei Tiertransporten geltendes EU-Recht eingehalten wird. Um für das Thema zu sensibilisieren, reist der Verein mit der Wanderausstellung „Würde“ derzeit durch verschiedene Universitäten. Die Ausstellung wird von der Stiftung Animals’s Angels Schweiz finanziert.
Im Rahmen der Ausstellung fand am 22. Februar 2024 die Vorlesung „Tierschutz als Pflicht des Staates: traurige Wirklichkeit vor hohem Anspruch – Gedanken einer Philosophin und eines Strafrechtswissenschaftlers“ statt. Sie wurde von der Tierethikerin und Seniorprofessorin Dr. Ursula Wolf und dem Tierschutzstrafrechtler Prof. Dr. Jens Bülte gehalten. Eine Aufzeichnung des Vortrages von Herrn Prof. Dr. Jens Bülte sehen Sie hier.
https://www.jura.uni-mannheim.de/buelte/tierschutzrecht/medien-zum-tierschutzrecht/vortraege/
Nachdem die Dokumentation "Tiertransporte Gnadenlos" von Manfred Karremann vom SWR ausgestrahlt worden ist, war die Empörung in Deutschland groß.
mensch fair tier hat sich nach der Veröffentlichung gebildet. Zunächst als Bürgerbündnis, dann als Verein. Auslöser war der Bericht von M. Karremann (TT
gnadenlos). Allen ist heute noch in Erinnerung, wie dem Bullen vor der Schlachthalle die Augen ausgestochen und die Sehnen durchtrennt wurden. Von den Bildern in der Halle ganz zu schweigen.
Großes Entsetzen machte sich breit, auch in der Politik. Sabine Massler (Lebenshilfe Kuh & Co.e.V.) hat daraufhin zu einer Demo in Brüssel geladen. Es folgten weitere Demos und Mahnwachen.
Bis heute. Und bis heute werden immer noch deutsche Rinder in Länder transportiert, in welchen sie getötet werden, wie es nach deutschem Recht verboten ist. Betäubungslos.
Wir möchten hier aufzeigen, was damals geschah, mitsamt der Dokumentation aus einer Sitzung des Deutschen Bundestags im Jahr 2018 zum Thema, doch geschehen ist: nichts!
Am 15.07.2025 veröffentlichte der VGT.at / Verein gegen Tierfabriken (Österreich) Bilder und einen Bericht von Recherche in der Türkei.
Der Bericht, er entstand im Juni 2025 offenbarte eine solche Brutalität und Grausamkeit, die wir euch nicht zumuten können und wollen.
"Tierschützer:innen des VGT dokumentierten brutale Tötungen von Rindern durch Kehlschnitt ohne Betäubung in der Türkei. An einem Hinterbein aufgehängt, folgt der minutenlange Todeskampf, während literweise Blut aus dem lebendigen Körper strömt. Die Bilder sind für empathiefähige Menschen kaum zu ertragen. Der VGT hat die Aufnahmen verpixelt, aber spricht eine Inhaltswarnung aus."
Bei diesem brutalen Schauspiel sind sogar Kinder anwesend, die das Massaker mit dem Smartphone filmen. Man verbindet den Tieren die Augen, die aber ganz genau wissen, was mit ihnen geschieht. Sie hören das Sterben ihrer Artgenossen; alles riecht nach Blut.
Großes Dankeschön an die Künstlerinnen und Künstler, die kostenlos aufgetreten sind, um uns zu unterstützen.
Doowop Mädla
Wolfgang Seljé
Elfriede Schäuerle, die Perlenketten schwingende Putzfrau
Flammen der Hoffnung
Das dunkle Schicksal der Vierbeiner
Der Film ist eine Dokumentation über den Welpenhandel und das damit verbundene Leid der Tiere.
Unsere Vorsitzende Dr. Kirsten Tönnies, Birgit Thiesmann von VIER PFOTEN, Christian Ehrlich berichten von ihrer Arbeit gegen den illegalen Welpenhandel. Moderiert wird von Ulla Atzert vom Hessischen Rundfunk. Gemeinsam diskutieren sie über die im Film angesprochenen Themen.
Letzte Woche hat das Hessische Landwirtschaftsministerium den umstrittenen „Stadttauben-Erlass“ der Vorgängerregierung zurückgenommen. Der Stadt Limburg fehlt damit die wichtigste Rechtsgrundlage für das geplante Taubentöten. Doch wie geht es nun weiter? Aufgegeben hat der Kreis Limburg-Weilburg das Vorhaben offenbar noch nicht. Heute haben wir noch einmal auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Dr. Barbara Felde (DJGT Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht e.V.), Ute Heberer (LANDESTIERSCHUTZVERBAND HESSEN) und Dr. Kirsten Tönnies (Tierärztin) die Rechtswidrigkeit von Massentötungen an Stadttauben dargelegt und tierschutzkonforme, nachhaltige Lösungen gefordert!
https://www.ltvh.de/_files/ugd/8399e1_2e32da634b5a4f4e90473fba526683eb.pdf
2024 hat für uns als Verein mensch fair tier e.V. viel Arbeit bedeutet. Während sich im Inneren des Vereins eine Menge ereignet hat, so haben wir die Arbeit auf mehrere verteilt und den Vorstand um Pressesprecher, Kassenwart und Geschäftsstelle erweitert, so dass die Tätigkeiten im Verein besser strukturiert wurden und wir uns mit kurzen Wegen untereinander abstimmen können.
Nach außen ist auch einiges geschehen.
Durch unser Vorstandsmitglied Diedrich Kleen war mensch fair tier e.V. erneut an der Demonstration in Aurich gegen Tiertransporte beteiligt, die im April dieses Jahres durch den Verein Ostfriesen gegen Tierleid e.V. geplant und umgesetzt wurde.
mensch fair tier e.V. war beim Tag der Tiere in Hannover vertreten und wir haben Anzeigen gegen Tiertransporte geschaltet.
mensch fair tier e.V. und die Tierrechtsorganisation X-Orga haben im Baden-Württembergischen Bondorf einen Tiergotttesdienst mitorganisiert, der dazu diente, Menschen vor Ort über die landwirtschaftliche Nutztierhaltung aufzuklären und zu sensibilisieren.
In Planung sind derzeit:
Eine Demonstration in Aurich am 26. April des nächsten Jahres gegen Tiertransporte in Drittstaaten, sowie eine Benefizveranstaltung zugunsten der Tiere, die durch Lebenshilfe Kuh und Co e.V.
getragen werden und auf mehrere Höfe in Baden-Württemberg verteilt sind. Für manche der 93 Rinder werden immer noch Paten gebraucht. Für die Benefizveranstaltung gibt es noch keinen Termin.
Derzeit haben wir mehrere Locations angefragt und warten noch auf Antworten.
Sehr viel Arbeit haben wir in den Entwurf des Tierschutzgesetzes gesteckt. mensch fair tier e.V. hatte das große Glück, zu dem ausgewählten Kreis zu gehören, die sich zum Referentenentwurf äußern konnten und unsere eigenen Vorschläge zu Papier bringen und einreichen konnten. Für uns bedeutete das, dass wir unzählige Stunden in Onlinemeetings damit zugebracht haben, den Referentenentwurf zu lesen und zu kommentieren und Anmerkungen zu machen. Nachdem wir damit fertig waren, konnten wir beginnen unsere Gedanken und Wünsche dazu zu formulieren und abzuschicken.
Vielleicht können Sie sich vorstellen, wie enttäuscht und sogar entsetzt wir über den Zusammenbruch der Bundesregierung gewesen sind. Natürlich war die Novellierung des Tierschutzgesetzes nicht der große Wurf, aber es hätte doch Verbesserungen gegeben, die jetzt leider ausbleiben werden.
Es ist eine ganz und gar traurige Entwicklung, die unsere Menschenwelt gerade erlebt. Der angeblich so vernunftbegabte Mensch beweist durch sein Tun, dass er alles andere als vernunftbegabt ist. Einige wenige ausgenommen, arbeiten die meisten daran, am Althergebrachten festzuhalten, wohl wissend, dass es eigentlich nicht geht. Dabei sind es wenige, die einen Nutzen davon haben, die noch reicher werden, als sie es eh schon sind. Die Politiker wissen das wohl, auch die Ängste der Menschen vor Veränderung und damit spielen sie, deshalb sind sie scheinbar erfolgreich. Dabei ändert sich die Welt um uns herum nicht. Im Gegenteil. Es gäbe Mittel und Wege, unseren Wohlstand zu erhalten, auch unsere Errungenschaften zu erhalten, trotz der Energiewende und mehr Tierschutz. Dazu braucht es den Umbau einiger Systeme, die Änderung einer Subventionspolitik und vor allem Mut.
In Großbritannien hat zum Beispiel eine Gesetzgebung, die die Bauern zum Umbau ihrer Stallungen gezwungen hat, zu mehr Freihaltung der landwirtschaftlich genutzten Tiere geführt. Bei uns in Deutschland geht die Welt unter, wenn vom Stopp der Anbindehaltung die Rede ist. In England kommen die Tiere nach draußen. Puten, Schweine und auch Rinder. Ausgerechnet die neoliberalen Tories haben Gesetze zu Gunsten der Tiere durchgesetzt! Sie haben auch die furchtbaren Transporte lebender Tiere in Hochrisikostaaten untersagt und haben damit ein Beispiel gegeben.
In Deutschland undenkbar.
In vielen Ländern der EU dürfen in Zirkussen keine Wildtiere mehr aufgeführt werden.
In vielen Ländern der EU gibt es eine Positivliste zur Heimtierhaltung.
In Deutschland nicht.
Die Politiker von CDU/CSU und AfD behaupten, Deutschland hätte eines der besten Tierschutzgesetze der Welt. Leider stimmt das nicht. Es gibt ein sehr großes Vollzugsdefizit und auch zu viele Lücken und Schlupflöcher. Wie sonst wären all die Skandale möglich, die stets und ständig aufgedeckt werden, wie sonst kommt es zu Berichten über massive Tierquälereien in Mästereien, Schlachthöfen und auf Tiertransporten? Wie sonst ist der illegale Welpenhandel möglich, der Gewinnmargen erzielt, wie sonst nur der Drogen - und Waffenhandel?
Wie sonst können Wildtiere, die in ihren Herkunftsländern unter Schutz stehen, in Deutschland ganz offiziell als Haustier gehalten werden? Wo es doch in Deutschland verboten ist, ein Wildtier aus der Umwelt zu entnehmen. Vögel, Igel, Eichhörnchen und andere Tiere dürfen nur in menschlicher Obhut gehalten werden, wenn sie verletzt oder krank sind und müssen nach der Genesung zurück in die Natur entlassen werden.
Ein Widerspruch in sich und doch gab und gibt es von Seiten der Bundesregierung kein Interesse, daran, etwas zu ändern.
Und wie nun weiter?
Wir Tierschützer schlafen nicht und geben auch nicht auf. Viele, viele Menschen sind damit beschäftigt, die rechtliche Seite des Tierschutzes zu nutzen, um Veränderungen zu erreichen. Die Ehrenamtlichen werden weiter bis zur Erschöpfung arbeiten müssen, weil der Staat durch seine Untätigkeit die Vereine und Tierheime im Stich lässt.
Dennoch. Wir werden dicke Bretter bohren müssen. Geht es nach Herrn Söder, wird ein Lobbyist des Bauernverbandes Landwirtschaftsminister der neuen Bundesregierung. Ganz unverhohlen geht die CSU weiter ihren Weg des Lobbyismus für wenige, während die Bürgerinnen und Bürger danebenstehen und sich an den Kopf fassen.
Wir werden es ohne eure Hilfe nicht schaffen. Nicht für unsere Heimtiere, nicht für die Wildtiere und schon gar nicht für die landwirtschaftlichen genutzten Tiere.
Wir wünschen euch eine frohe und friedliche Weihnachtszeit und ein glückliches neues Jahr.
Euer mensch fair tier e.V.
In der Nacht zum 28.112024 erreichte uns über die offizielle E-Mailadresse unseres Vereins eine ominöse E-Mail aus der Schweiz (Beweise liegen vor), die darauf abzielt, die Partei Bündnis 90 Die Grünen zu diffamieren.
In grober Unkenntnis der Abläufe in Ministerien, oder weil man uns einfach für unfähig hält, politische Sachkenntnisse intellektuell zu erfassen, wollte man uns weiß machen, dass der Bundeslandwirtschaftsminister sich Rat suchend an Parteikollegen anderer Ministerien wendet.
Das ist grober Unfug.
Die E-Mail, sowie der elektronische Poststempel (E-Mail-Header) wurden gespeichert und zur weiteren Verfolgung an die Partei Bündnis 90 Die Grünen weitergegeben.
Der Vorstand mensch fair tier e.V.
In Zusammenarbeit mit mensch fair tier e.V. und folgenden unten stehen Organisationen hat die Deutsche Tier Lobby e.V. eine Petition an den Deutschen Bundestag gerichtet. Ziel ist die Abschaffung von Anbindehaltung, Kastenstand und Käfighaltung in der Landwirtschaft.
Die Petition braucht Unterstützung und kann bis zum 10.12.2024 mitgezeichnet werden. Hier der Link zu Petition:
https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2024/_09/_25/Petition_172874.$$$.a.u.html
Die Aktionsseite der Deutschen Tierlobby kann über diesen Link erreicht werden:
https://www.deutsche-tier-lobby.de/2024/10/17/bundestagspetition-abschaffung-von-qualhaltungen-gestrartet/
Unterstützt von
Unter dem Motto: „Gott schließt einen Bund – Mit Mensch und Tier“ feierten rund 70 Kinder, Jugendliche und Erwachsene einen Familiengottesdienst in der katholischen Kirche in Bondorf.
Das Besondere war diesmal, dass die Pastoralreferentin Angela Achi Tierschützer dazu einlud, den Gottesdienst mit zu gestalten. Die Bondorferin und Vereinsvorsitzende von mensch fair tier e.V. Petra Kletzander sowie Siegfried Egeler und Susanne Kirn-Egeler aus Herrenberg, beide Mitglieder im Bündnis „X Orga – vereint für Tierrechte“ nahmen die Einladung sehr gerne an.
Im Zentrum des Gottesdienstes stand der Bibeltext zur Arche Noah (Gen 9, 8-7). Der Regenbogen ist hier Symbol für den ewigen Bund zwischen Gott und allen lebenden Wesen auf der Erde. Botschaft des Gottesdienstes war, dass zum Kern dieses Bundes die menschliche Verantwortung für alle Lebewesen im Hier und Jetzt - sowie für alle kommenden Generationen – gehört. In ihrer Predigt wies die Pastoralreferentin Angela Achi auf den Artikel 20 a im Grundgesetz hin, welcher die Verantwortung des Staates, bzw. unserer Gesellschaft, hervorhebt, die natürlichen Lebensgrundlagen für zukünftige Generationen zu schützen – und auch die Tiere zu schützen. Neben dem notwendigen Schutz des Klimas darf also auch der Schutz der Tiere nicht vergessen werden.
Wichtig war den Veranstaltenden, dass zum Bund Gottes mit Mensch und Tier nicht nur die dem Menschen nahestehenden Haustiere gehören, sondern die sogenannten Nutztiere, deren oftmals betrübliches Dasein kaum gesellschaftliche Beachtung findet. So wurde in einem der Gebete formuliert: „Öffne unsere Ohren für das Klagen der Tiere.“
Auf Kärtchen konnten die Gottesdienstbesucher schreiben, was sie selbst für den Tierschutz tun können und diese anschließend auf einen großen Regenbogen aus bunten Tüchern auf dem Boden legen.
Tiere fühlen den Schmerz wie wir, oft sogar noch intensiver, so eine Formulierung aus den Fürbitten, verbunden mit dem Wunsch, dass wir uns alle als verantwortungsbewusste Hüter der Schöpfung Gottes erkennen. Insbesondere wurden auch diejenigen erwähnt, welche Verantwortung für Tierschutz und Klimaschutz in Politik und Gesellschaft tragen.
Die Veranstaltenden zeigten sich sehr erfreut über die gute Resonanz, auf die der Gottesdienst für Mensch und Tier stieß. Anschließend gab es ein Kirchencafe mit wohlschmeckendem veganem Fingerfood, bei dem das Thema nach Wunsch vertieft werden konnte. Dankbar sind die Tierschützer, dass sich die katholische Kirche für ihre Botschaft offen zeigt. „Bisher standen wir eher im Rahmen von Mahnwachen für Tiere vor den Gotteshäusern, heute dürfen wir mit unserer Botschaft für einen besseren Schutz der Tiere in der Kirche dabei sein“, so die Tierschützer.
Unsere 2. Vorsitzende, Dr. Kirsten Tönnies, ist selbst Tierärztin und hat in den unterschiedlichsten Gremien mitgewirkt. Die meisten Tierärzte stehen den ganzen Tag im Dienst der Tiere und geben ihr Bestes, um Tieren zu helfen oder sie zu heilen. Leider aber verstehen nicht alle Tierärzte ihre Arbeit so. Und bedauerlicherweise sind es oft jene, die einen leitenden Posten in den Gremien haben. Man kann bei manchen von ihnen den Eindruck gewinnen, sie vertreten ihre eigenen Interessen und nicht die der Tiere, die sie vertreten sollen.
Dr. Kirsten Tönnies in der Tierärztezeitung
In Deutschland gibt es viele verschiedene, teils sehr unterschiedlich agierende Tierschutzorganisationen.
Tierärzte gelten als die kompetentesten Vertreter für Tierschutz. Aus Sicht einiger Tiermediziner
kommt aus ihrem Berufsstand heraus aber zu wenig zum Schutz der Tiere. Große Diskussionen um ihre Rolle
als „Schützer der Tiere“ entbrannten 2012, als sich die Funktionäre der Tierärzteschaft von dieser Aufgabe
auch offiziell distanzieren wollten. Sie strichen den Auftrag, dass Tierärzte als „berufene Schützer der Tiere“
handeln sollten, zunächst ersatzlos aus ihrer Berufsordnung. Der Präsident der Bundestierärztekammer
deklassierte Tierschutz gar als „Partikularinteresse“. Aus den daraus entbrannten Streitereien resultiere 2015
der Ethikkodex der Tierärzte, der neben der tierärztlichen Berufsordnung den Tiermedizinern
das richtige Handeln für und gegenüber den Tieren und ihren Besitzern vorgibt. Unter dem Eindruck dieser
Auseinandersetzungen initiierte Dr. Anita Idel 2012 das Tierärztliche Forum für verantwortbare Landwirtschaft,
woraus sich 2016 der Verein TfvL Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft e. V. gründete.
Wie wahrscheinlich viele von euch mitbekommen haben, hat das BMEL auf seiner Webseite den Referentenentwurf zum neuen Tierschutzgesetz veröffentlicht.
Den Vereinen und Verbänden wurde Gelegenheit eingeräumt, sich bis zum 1. März 2024 dazu zu äußern.
Wir stellen euch hier den Vorschlag vor, den wir vorgelegt haben.
mensch fair tier e.V.
info@menschfairtier.de
"Man sollte nie dem Glauben verfallen, eine kleine Gruppe ideenreicher,
engagierter Leute könnte die Welt nicht ändern.
Tatsächlich wurde sie nie durch etwas anderes geändert."
Margaret Mead